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Frühling am Fluss

Ach, einfach hier liegen bleiben und nicht mehr weiterradeln. Den Nachmittag genießen, in der Sonne wegdösen. Wieder hat die Sonne fast bis Mittag gebraucht, um sich gegen den Nebel durchzusetzen, aber dann wurde es frühlingshaft warm.

Wir blicken auf die Zwölf Apostel, eine Felsformation an der Altmühl bei Solnhofen. Die mächtig aufragende Felsgruppe ist einer der landschaftlichen Höhepunkte im Naturpark Altmühltal.

Aber auch ansonsten gibt es viel zu schauen im Altmühltal. Immer wieder ragen Felsen am Ufer empor. Wir queren Magerrasen, Wälder und landwirtschaftlich genutzte Flächen, während wir gemütlich von Eichstätt gen Westen nach Solnhofen fahren.

Auch die Schwäne lassen es langsam angehen.

Am Tagesziel Solnhofen, der Stadt, in der der Urvogel, der Archaeopteryx, gefunden wurde, decken wir uns mit Kaffee und Kuchen ein. Auf einem Mäuerchen am Fluss machen wir Kaffeepause. Man kann schon ein bisschen wehmütig werden, wenn man an all den geschlossenen Cafés, Wirtschaften und Biergärten vorbeifährt.

Geschlossen war leider auch der Skulpturenpark in Obereichstätt und wir konnten nur ein paar Blicke von außen auf einige der Kunstwerke Alf Lechners werfen. Der 1925 in München geborene Künstler lebte und arbeitete hier von 2001 bis zu seinem Tod 2017 mit seiner Frau Camilla. Auf dem Gelände eines ehemals Königlich Bayerischen Eisenhüttenwerks schuf er ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk mit über 50 Stahlskulpturen.

Den Tag lassen wir mit einem Gläschen Wein, Bloggen, einem leckeren Abendessen und einer Folge Damengambit ausklingen.

Morgen wollen wir mit dem Bus ein wenig weiterziehen, um die weiteren Abschnitte der Altmühl mit dem Rad zu erkunden.

An der Altmühl

Ich schrieb neulich bereits, dass Achim mich ab und zu mit Spezialwissen verblüfft. So auch heute: da, wo wir gerade radeln, an der Altmühl bei Eichstätt, floss früher die Donau. Früher meint: ehe sie sich bei Weltenburg mit dem Donaudurchbruch vor rund 80 000 Jahren ein neues Bett gesucht hat. Ha! Wieder was gelernt.

Schon vor ein paar Tagen war absehbar, dass diese Woche warme und sonnige Tage bringen würde. Zu verlockend, wenn das fahrbare Hotelzimmer vor der Tür steht. Also Bus gepackt, (für zwei bis drei Tage ist das rasch erledigt) und los. Wir wollen Radfahren, da kam uns schnell das Altmühltal in den Sinn.

Unsere App Park4night empfiehlt einen Platz zum Übernachten am Figurenfeld bei Eichstätt. Den, und vor allem die Kunstwerke von Alois Wünsche-Mitterecker, einem Eichstätter Bildhauer, wollen wir uns anschauen.

Der Künstler schuf mit seinen 78 Plastiken ein beklemmendes Mahnmal gegen Krieg und Gewalt.

Der Parkplatz lädt uns nicht zum Verweilen ein, aber sehr zu unserer Überraschung ist der offizielle Wohnmobilstellplatz der Stadt Eichstätt geöffnet. Nach unseren bisherigen Informationen sollten wegen der Pandemie eigentlich alle Stellplätze geschlossen sein. Nun, mir ist das sehr recht. Noch immer bin ich kein großer Fan des Wildparkens. Also 10 Euro in den Automaten und als zweite auf den Platz, der direkt am Fluss liegt. Sehr günstig, schließlich wollen wir an ihm entlang radeln.

Zuvor genießen wir – endlich!- mal wieder das Busfeeling. Ich bereite ein schnelles Mittagessen zu und koche Kaffee.

Das Wetter ist nicht ganz so schön wie vorhergesagt. Bis Mittag hält sich der Nebel, die Sonne lugt erst ab etwa eins hervor und die Temperaturen erreichen wohl nur so die 13, 14 Grad. Das reicht aber locker zum Radfahren und die 50-Kilometer-Tour auf dem Altmühlradweg beglückt unser Coronalädiertes Gemüt. Der mäandernde Fluss, die karstigen Felsen, idyllische Dörfer und ein Automat mit zig Eissorten beflügeln uns. Das fühlt sich nach Wieder-Reisen-können an. Das macht Hoffnung auf bessere Zeiten!