Westwärts

Wir sind in den letzten zweieinhalb Monaten rund 1000 Kilometer geradelt. Überwiegend im Landkreis Freising. Ein wenig auch in den angrenzenden Landkreisen. Es war schön. Trotz Corona.

Seit gestern dürfen die Campingplätze wieder öffnen und wir nutzen die Gunst der Stunde. Eigentlich wären wir nächste Woche Richtung Norden gefahren, nicht mit den Rädern sondern mit unserem Wohnauto. Island wäre unser diesjähriges Reiseziel gewesen. Doch auch hier kommt es wegen der Pandemie anders als geplant.

Stattdessen sind wir heute Richtung Westen aufgebrochen. Der Westen Deutschlands will erkundet werden statt des fernen Nordens.

Zwei bis drei Wochen wollen wir uns treiben lassen und heimische Gefilde (neu) entdecken.

Wie schön, wieder im Bus zu sitzen, hoch oben über der Straße und in gemächlichen Tempo die vorbeiziehende Landschaft zu genießen.

Unser erster Stop ist am Ipf. Achim hat dieser Tage beim Studium der Landkarte diesen Kegelberg im Nördlinger Ries bei Bopfingen entdeckt.

Die Kelten hatten hier vor langer Zeit eine Festung, die sie mit verschiedenen Wällen, die heute noch in der Landschaft zu erkennen sind, befestigt haben.

Eine alte Lindenallee führt auf den Gipfel des rund 600 Meter hohen Hügels. Wir müssen aber nur 200 Höhenmeter überwinden, weil Bopfingen eh schon auf 400 Meter liegt.

Oben ist die Vegetation karg und man hat einen großartigen 360-Grad-Blick.

Zurück am Bus koche ich Kaffee und Achim schmiert zwei Stullen. Urlaubsgefühle. On the road again.

Ich bin ein wenig beunruhigt, ob es mit den Übernachtungsplätzen auch wirklich klappt. Wir sind ja mitten in den Pfingstferien. Hoffentlich sind nicht zu viele reisefreudige Camper unterwegs. Wir hatten Gerüchte gehört, dass manche Plätze einen nur nehmen, wenn man Dauercamper ist oder wenn man mindestens sechs Tage bleibt. Ob wir die sanitären Anlagen nützen dürfen, ist auch nicht klar.

Für unsere erste Nacht steuern wir einen Stellplatz in Bad Urach an. Die Fahrt dorthin führt uns hügelaufhügelab durch die liebliche Schwäbische Alb.

Problemlos finden wir einen Platz. Wir sind etwa zu zehnt hier. Doppelt so viele könnten hier stehen. Für 10 Euro inklusive Kurtaxe bekommen wir nicht nur den Übernachtungsplatz sondern auch Strom und Wasser.

Nicht immer ist „Campingverhalten“ auf dieser Art von Stellplatz erwünscht. Hier aber haben alle ihre Stühle und Tische rausgestellt und es sich gemütlich gemacht.

Auch wir ruhen uns erstmal ein halbes Stündchen aus, ehe wir zu einer kleinen Feierabendtour zu den Uracher Wasserfällen aufbrechen.

Jedenfalls für mich, die ich mich elektrisch unterstützen lasse, ist es eine Feierabendtour, für Achim, der selbst der Motor seines Fahrrads ist, entwickelt sich die Tour zu einem frühabendlichen Workout. Durch den Wald fahren wir recht steil bis zum Kopf des Wasserfalls.

Nun, vielleicht ist es auch eher ein Wasserfällchen. Jedenfalls ist es schön hier und die knapp einstündige Tour macht uns Spaß.

Dicke Bohnen mit Kartoffeln und Speck stehen, zurück am Bus, heute Abend auf der Speisekarte, zum Nachtisch gibt es ein Glas Weißwein und ein bisschen Schokolade. Bloggen, Lesen, Route für morgen planen.

5 Gedanken zu „Westwärts

  1. Werner

    Auch wir haben unseren gesamten Reiseplan über den Haufen werfen müssen . Unser eigentliches Ziel, wäre das Donaudelta in Rumänien gewesen. Unser neuen Ziele liegen jetzt im Osten entlang der Oder . Ich hoffe das du immer einen Stellplatz im Westen finden wirst. Ich komme aus der Region , über Pfingsten war es katastrophal, hier freie Plätze zu bekommen. Am Rhein war es völlig überlaufen , da viele Leute die sonst um diese Zeit schon Langzeiturlaub in Spanien machen, in Deutschland bleiben. Ich wünsche die eine gute Tour.
    Gruß Werner.

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  2. Dorothee Fenner-Leeb

    Wie schön! Viel Freude auf Eurer neuen Tour, schon der Einstieg hört sich verlockend an, Schöne Stimmung! Ich bin gespannt, was Ihr alles tolles entdecken werdet! Wünsche euch schöne Erlebnisse und geöffnete, weiträumige, nicht überfüllte Campingplätzen! Doro

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  3. Pingback: Ein Reiseblog zu Coronazeiten | Hin und weg

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