These boots are made for walking… Tag 13 ( Bernsheim – Bad Salzungen, 16,5 km)

Er läuft wieder! Aufgebaut mit Voltaren, (einer einzigen) Ibuprofen und einem halben Ruhetag fühlt sich Achim wieder fit genug, um unsere letzte Etappe auf dem Hochrhöner in Angriff zu nehmen.

Wir lassen es langsam angehen. Gestern Nachmittag bei meinem Badeausflug zum Schönsee hatte ich dort ein Schild gesehen „Bad Salzungen 10,5 km. Dieser Weg spart den Ansteig zum Pless aus. Gut so. Wir laufen also die zwei Kilometer bis zum See und Achim bekommt seine erste Pause, während ich nochmal eine Runde schwimme. Eine Runde ist hier wörtlich zu nehmen, weil der See wirklich kreisrund ist.

Wenn man so langsam unterwegs ist wie wir, mit dreieinhalb bis vier Kilometer pro Stunde, nimmt man automatisch die vielen kleinen Dinge am Wegesrand bzw. in der näheren Umgebung unter die Lupe: eine Blindschleiche, die den Weg kreuzt oder die Eidechse, die sich auf einem Stein sonnt.

Wir hören den Vögeln zu, erkennen die Feldlerche und den Buchfink, viele andere Vogelstimmen leider nicht (und nehmen uns vor, bald mal wieder an einer Vogelkundlichen Führung von Christian Magerl teilzunehmen.) Über uns schwebt majestätisch der Rotmilan, der hier in der Rhön im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt besonders geschützt und unterstützt wird.

Von den vielen blühenden Blumen rechts und links kennen wir einige, andere nicht. Den Blutweiderich, der uns die ersten Tage auf dem Hochrhöner begleitet hat, haben wir via Internet bestimmt. Genauso geht es uns mit den Bäumen. Unser Wissen ist da leider recht begrenzt. Aber jetzt haben wir ja viel Zeit und können in den nächsten Monaten und Jahren noch ganz viel lernen.

Wir genießen es sehr, von morgens bis abends draußen zu sein, durch Wälder und Felder zu streifen, den Geräuschen der Tiere zu lauschen, die Sonne auf der Haut zu spüren oder sie im warmen Sommerwald zu riechen.

Bewusst nehmen wir auch die verschiedenen Untergründe wahr, auf denen wir laufen: den weichen Waldweg, der von Blättern der vergangenen Saison bedeckt ist, den Wiesenweg, den Kiesweg.

Oder die unterschiedlichen Farbtöne: die vielen verschiedenen Beige-Braun-Facetten des Getreides, des Erdbodens, des Holzes, die Grünvarianten der Wiesen, Sträucher und Bäume. Unsere Wahrnehmung ist geschärft, die vermeintlichen Kleinigkeiten erhalten unsere volle Aufmerksamkeit.

Wir kommen gut voran, am Nachmittag erreichen wir das letzte Dorf vor unserem Ziel und belohnen uns mit zwei großen Eisbechern. Es gibt eine letzte Rast (bei der ich leider Achims heißgeliebte Trinkflasche stehen lasse) und um viertel nach drei erreichen wir nach genau 126,5 Kilometern das Ende des Hochrhöners, das hier in Bad Salzungen mit einem großen grünen Holztor markiert wird.

Es sind ein paar Kilometer weniger als geplant, weil wir gestern weniger als die halbe Tagesetappe gemacht und unterwegs hier oder da auch mal abgekürzt haben. Der Wanderweg mäandert schon sehr durch die Gegend und dank Achim und seinen wunderbaren GPS-Bedienfähigkeiten haben wir den einen oder anderen Kringel ausgelassen.

An manchen Stellen war es außerdem gut, sich mithilfe des GPS‘ des richtigen Weges zu versichern. Meistens war die Beschilderung sehr gut, ab und zu gab es aber Unsicherheiten.

Am meisten geliebt haben wir auf diesem Weg die wunderbaren Weitblicke. Wir hatten hier eine tolle Zeit und lassen sie jetzt gemütlich im Kurbad beim WM- Endspiel ausklingen.

2 Gedanken zu „These boots are made for walking… Tag 13 ( Bernsheim – Bad Salzungen, 16,5 km)

  1. Brigitte Deutschmann

    Hallo ihr Lieben.
    Was gibt es Schöneres als in der Natur zu wandern. Ich habe es mit meinen Eltern sehr gerne gemacht,denn es waren immer mehrere Familien mit Kindern dabei.Später in jungen Jahren des Kennenlernens mit meinem Mann.Auch heute noch pflegen wir es in der Natur zu sein.Bei den Pflanzen tun wir uns leichter,weil wir Drogisten sind und wir uner eigenes Herbarium angelegt haben.Das was ihr für Euch macht ist wunderbar.Man entdeckt Vieles und führt schöne Gespräche dabei und Eure gemeinsamen Erlebnisse kann Euch niemand nehmen.Danke ,dass wir dabei sein konnten…..Mit lieben Grüssen ,Brigitte

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