These boots are made for walking… Tag 11 (Schwarzbach – Tann, 20 km)

„Schwimmbad“ steht auf dem Schild am Wegesrand. Wir sind heute Morgen zwar erst vier Kilometer gelaufen, aber dieses Angebot ist zu verlockend. Bereits seit Tagen wünsche ich mir einen Badesee oder eine andere Schwimmgelegenheit und jetzt endlich ist sie da. Für 2,50 Euro erwerben wir eine Tageskarte und fünf Minuten später plantschen wir bereits im großen Becken. Selbst Achim, der normalerweise eine warme Dusche bevorzugt, traut sich hinein. „Kalt!“ „Ach was!“

Das Freibad in Gotthards wird von einem Verein organisiert, der auch das dazugehörige kleine Café mit der köstlichen Stachelbeerbaisertorte betreibt, eine Vase mit einer einzelnen frischen Rose aufs Klo stellt und ein Bücherschränkchen mit Freibadlektüre anbietet.

Ein Stündchen später sind wir wieder auf dem Weg und haben mit dem Zebraeffekt zu kämpfen. Dieser tritt normalerweise in Afrika auf, wo jedes dahergelaufene Zebra mindestens zehn Mal fotografiert werden muss, denn so nah, so schön, aus dieser Perspektive, bei so tollem Licht hat man es garantiert noch nicht geknipst. Hier heißen die Zebras offene Fernen und alle naslang bleiben wir stehen, um ein Foto zu machen.

Sehr zur Freude der Bremsen, die heute offenbar erst später frühstücken. Schade nur, dass ihr Brunch ein für sie so tragisches Ende nimmt.

Ich verleibe mir vor dem Mittagessen noch eine große Portion Himbeeren ein, die uns schon seit Tagen an den Sträuchern am Wegesrand offeriert werden. Saftig und süß. Für die zahlreichen Apfelbäume sind wir leider ein paar Wochen zu früh.

Das Wetter ist inzwischen so schön geworden, dass wir unseren heutigen Nachtisch, eine halbe Tafel Schokolade, die von gestern Abend übrig geblieben ist (Eva: „Hier, der Rest ist für dich. Ich habe schon die halbe Tafel aufgefuttert.“ Achim: „Ich kann jetzt nicht. Ich muss bloggen. Das lenkt mich nur ab.“) mit der Gabel essen müssen.

Später laufen wir eine Zeitlang auf dem „grünen Band“, dem Weitwanderweg entlang der früheren Grenze zwischen der DDR und der BRD. Wir stoßen auf alte Grenzsteine, auf den früheren Plattenweg, auf Infotafeln mit Berichten und Fotos vom 9.11.89, an dem sich die Frauen und Männer der gegenüberliegenden Dörfer aus Thüringen und Hessen auf dem zwischen ihnen liegenden Feld trafen und gemeinsam die Wiedervereinigung feierten.

Am späten Nachmittag müssen wir uns dann nochmal ordentlich anstrengen, um den 660m hohen Habelstein zu erklimmen. Achim hat seit gestern Nachmittag Schmerzen an einer Sehne am Schienbein. Auf und ab tut ihm nicht gut. Hilft aber nix.

Am Ortseingang von Tann, unserem heutigen Tagesziel, gehe ich vor, um in der Apotheke eine Tube Salbe zu besorgen. Fünf Minuten vor Ladenschluss trudele ich ein. Hoffentlich hilft’s.

Den Ort betritt man durch ein Renaissance-Stadttor. Im alten Zentrum befinden sich etliche sehr schöne Fachwerkhäuser. Wir schlafen heute in einem Gasthof, dem ein Steakhaus angeschlossen ist. Lecker, aber viel zu viel Fleisch (für mich). Morgen gibt’s wieder Salat (für mich).

5 Gedanken zu „These boots are made for walking… Tag 11 (Schwarzbach – Tann, 20 km)

  1. Gerd Beubl

    Klingt alles sehr interessant. Beim Lesen der Zeilen glaubt man mit dabei zu sein. Derweil sind wir in Wien, auch schön, aber die Natur fehlt ein wenig. Euch noch viel Spass auf Schusters Rappen. Freuen uns scho auf den nächsten Blog.

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