These boots are made for walking… Tag 9 (Kreuzberg – Wasserkuppe, 21 km)

In der Nacht gießt es. Und so drehen wir uns um 6 nochmal gemütlich um und wachen erst kurz vor 8 wieder auf. Draußen ist es noch recht nebelig. Aber der Regen hat zum Glück aufgehört.

Wir lassen uns Zeit beim Frühstück. Im Kloster wurde sehr Kommunikationsfördernd an großen Tischen eingedeckt und wir kommen mit einem weitwandererfahrenen (noch) älterem Paar ins Gespräch. Er ist den kompletten Jakobsweg in mehreren Etappen gelaufen, im Schnitt 35 Kilometer am Tag. Oh, da ist bei uns ja noch Luft nach oben.

Wir brechen um viertel vor 10 auf und erreichen nach kurzer Zeit eine Gegend, die uns vom Durchfahren der Hochrhön vertraut ist und über die wir immer schon gesagt haben: „Lass uns hier doch mal wandern gehen!“ Karge, unbewaldete, leicht wellige Höhen, die einem großartige Fernsichten bieten. Der Nebel hat sich verflüchtigt und wir haben eine tolle Aussicht.

Die Rhön, so die Eigenwerbung, gehört zu den außergewöhnlichsten Mittelgebirgslandschaften Europas. Sie wird auch „das Land der offenen Fernen“ genannt. Wir genießen die Wanderung über die waldfreien Hochflächen und Kuppen. Viel zu schnell taucht wieder ein Waldstück auf und wir „hatschen“ ein bisschen meckernd vor uns hin. Dabei sollten wir dankbar sein, dass uns die dräuenden Regenwolken den ganzen Tag über verschonen. Es ist mitterweile recht kühl geworden und Achim, der mich ab und zu mit Spezialwissen verblüfft, erklärt mir, dass die Hochrhön eine Kälteinsel bildet und die durchschnittlich Jahrestemperatur auf der Wasserkuppe bei 4,8 Grad liegt (München: 13 Grad).

Aber das nächste Highlight wartet schon auf uns: kurz vor dem Roten Moor gibt es eine wunderbare Nabu- Hütte, in der Mammutkuchenstücke verkauft werden, Stachelbeer- und Pfirsichstreusel.

Und dann haben wir das Rote Moor erreicht und passieren auf einem Bohlenweg ein Birkenwäldchen und einen Aussichtsturm, von dem aus man einen Blick auf die vom Torfstich abgetragene Fläche und den Rest noch verbliebenes Hochmoor hat.

Wir müssen dann nochmal ein bisschen durch den Wald laufen, beklagen uns darüber, mecker, mecker und haben dann unser Tagesziel, die Wasserkuppe vor Augen. Sie ist mit ihren 950 m Höhe der höchste Berg Hessens und die Wiege des deutschen Segelflugsports. Standesgemäß schlafen wir im Hotel „Deutscher Flieger“ und Achim wird ein bisschen wehmütig, wenn er an seine eigenen Flugerfahrungen denkt.

Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, war übrigens auch schon mal Gast hier, erfahren wir am Abend in der Speisekarte.

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