Watt’n Tag!

Ein Tag, der mit einem morgendlichen Lauf und einem feinen Frühstück am Wattenmeer beginnt, muss ein guter werden. Glückselig sitzen wir mit unserem Kaffee am Bus, lauschen den Möwen und lassen den Blick übers Grau vor uns schweifen. Zwar hat es nur 11 Grad, aber das passt schon für Nordsee im Mai. Immerhin regnet es noch nicht.

In der Nähe gibt es einen Naturlehrpfad, der es erlaubt, über artenreiche Salzwiesen trockenen Fußes durchs Wattenmeer zu laufen und über den Sommerdeich wieder zurück. Wir haben so ein Glück mit dem Wetter! Von den rund fünf Kilometern sind wir höchstens einen im Regen gelaufen – obwohl der Wetterbericht mehr oder weniger Dauerregen vorhergesagt hatte.

Deichpfleger in Positur

Das laute Kreischen der Möwen und die markanten Rufe der Kiebitze, Rotschenkel und anderer Watvögel, deren Namen wir nicht (mehr) kennen, begleiten unsere kleine Wanderung. Die Vögel kann ich mit meinen technischen Mitteln nicht aufnehmen, dafür stellen sich die Schafe um so lieber in Positur.

Ehe wir das Wattenmeer Richtung Bremen verlassen, gibt es noch ein Fischbrötchen auf die Faust und ein Pfund fangfrische Krabben vom Kutter als Gastgeschenk für unsere Freunde Edda und Uli.

Undercover in Niedersachsen

„Ich bin absoluter James Bond Fan“ sagt die Dame am Campingplatz als sie uns die Kurkarten aushändigt. „Sie haben die Nummer 007“ und freut sich. Heute morgen am östlichen Ufer der Elbe am Hafen von Lenzen müssen wir schon beim Frühstück eine Entscheidung treffen : nehmen wir gleich die kleine Fähre über den Fluss oder […]

Undercover in Niedersachsen

Den braunen Schildern hinterher

Frühstück am Linumer Hafen

Auf das Frühstück mit Aussicht hatte ich mich schon am Vorabend gefreut. Kleine Boote schaukeln nur drei Meter von unserer Frühstückstafel entfernt auf dem Wasser; Erinnerungen an den vergangenen September, als wir hier gemütlich vom Strandkorb aus Tausende von Kranichen am Himmel beobachten konnten, werden wach.

Brutstätten für Flussseeschwalben

Von ihnen lässt sich heute keiner blicken, dafür begleitet uns der Gesang der Drosselrohrsänger (Danke, BirdNET!) beim Spaziergang, ein Haubentaucher lässt sich durch uns nicht beim Brüten stören und Flussseeschwalben kreisen über unseren Köpfen.

Das erste braune Hinweisschild des Tages entdecken wir noch vor der Autobahn. Es führt uns zu einem Schlachtendenkmal. Im Jahr 1675 siegten hier die Brandenburger über die Schweden. Man sagt über diese Schlacht, dass sie den Grundstein für die Größe Preußens gelegt habe. Teuer bezahlt: auf dem Schlachtfeld blieben 3000 Tote zurück.

Schlachtendenkmal in Hakenberg

Schön aber, dass 1848 (und erneuert im Jahr 2000) die Denkmalallee mit 140 Bäumen angelegt wurde.

„Historische Altstadt Kyritz“ steht 40 Kilometer weiter auf dem braunen Schild neben der Autobahn und die nächste Ausfahrt ist damit unsere. Wieder sind es zwar 20 Kilometer bis zur angepriesenen Sehenswürdigkeit, aber sie liegt immerhin in unserer Richtung.

Kyritzer Altstadt

Die Kirschblüten suggerieren Frühling, aber es ist ziemlich frisch bei 13 Grad und es regnet. Natürlich gibt es kein Café, in dem wir uns aufwärmen, kein Restaurant, in dem wir Mittagessen könnten.

Also gibt es ein Stück Mohnkuchen bzw. eine türkische Pizza auf die Faust. Im Vorbau der Bäckerei können wir uns zum Essen unterstellen.

In der Marienkirche nebenan ist es wenigstens trocken und schön.

St. Marien in Kyritz

Wir fahren weiter Richtung Nordwesten gen Elbe, als uns ein weiteres Schild zum Rennaissanceschloss Demerthin lockt. Vom 15. Jahrhundert bis 1945 gehörte es der Familie von Klitzing. Dann wurde die Familie enteignet, seit 1993 gehört das Schloss der Gemeinde.

Das Rennaissanceschloss Demerthin

Für heute reicht es dann mal mit der Kunst. Ver- und Entsorgung für Mensch und Maschine sind jetzt erforderlich. Wir finden unterwegs einen Supermarkt, in dem wir unsere Lebensmittelvorräte aufstocken können und in Wittenberg an der Elbe einen (geschlossenen) WoMo-Stellplatz, bei dem wir unser Clo entsorgen und Frischwasser tanken möchten. Als wir am dazugehörigen Lokal nachfragen, bedauert die Bedienung, dass wegen Corona alles geschlossen sei und sie leider keinen Schlüssel für die Abwasseranlage habe. Als wir gerade in den Bus einsteigen, um weiterzufahren, kommt sie angelaufen und wedelt mit dem Schlüssel: „Doch gefunden!“ Großartig. Nach getaner Arbeit kaufen wir ihr noch zwei Kaffee ab und setzen uns auf eine Bank mit Elbblick (Als wir im Vorcoronajahr 2019 mit den Rädern hier waren, hatte das Café natürlich auf und wir saßen sehr gemütlich bei leckeren Speisen und Getränken.).

In Wittenberg an der Elbe

Im sog. Yacht-Hafen von Lenzen, etwa 20 Kilometer flussaufwärts, finden wir mit Hilfe unserer App Park4night einen schönen Übernachtungsplatz mit Elbblick. Immer wieder interessant: man ist selten ganz alleine. Als wir ankommen, stehen schon zwei Busse da, wenig später kommt noch ein weiterer hinzu. Wein aufmachen, Bloggen, Kochen, Lesen, vielleicht noch ein Spielchen später, im Bus ist es auch bei Regenwetter warm und gemütlich.

Im Hafen von Lenzen

Vom Oderbruch zu den Linumer Teichen

Unterwegs

Nieselwetter in Chorin. Die Nachtigall in der nahen Hecke sorgt auch heute wieder für die Frühstücksmusik, es ist herrlich.

Trotzdem zieht es uns weiter. Westwärts. Das Wetter spricht eher für viel im Auto sitzen, jetzt einfach losfahren und gucken, wann der Regen aufhört, gefällt uns aber garnicht. Da fällt Eva etwas sehr Nettes ein, ein schon lange geplantes Reisespiel nämlich. Man fährt auf der Autobahn und folgt jedem der braunen Schilder, die etwas Besonderes anpreisen.

Die A11 ist nicht weit weg. Kaum sind wir drauf, geht es auch los. Kloster Chorin – kennen wir sehr gut. Schiffshebewerk Niederfinow – sehr beeindruckend war unser Besuch vor zwei Tagen und die kulinarische Versorgung hat auch gepasst. Also weiter.

Ok, Joachimsthal und der Kaiserbahnhof – da ist ja auch Geschichte dabei. Die Schorfheide war beliebte Jagdgegend bei Kaisern, Königen und Staatsmännern. Auch Kaiser Wilhelm kam mit seiner Jagdgesellschaft per Bahn in sein Revier…

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Fünf Kilometer hin, fünf Kilometer her

Auf dem Parkplatz beim Kloster Chorin

Große Sprünge machen wir nicht in diesen Tagen. Nach drei Tagen auf dem Parkplatz beim Kloster Chorin, wo wir entspannt und ungestört stehen konnten (und uns die Nachtigall am Abend ein Konzert gab!), zogen wir fünf Kilometer weiter auf den Ökohof Engler im Choriner Ortsteil Serwester. Achim hatte herausgefunden, dass man hier sein Abwasser loswerden und frisches Wasser tanken kann. Überraschenderweise erhielten wir das Angebot, im Garten zu campen, das wir sehr gerne annahmen. Hübsch haben sie es hier, die Englers.

Auf dem Ökohof Engler

Zum Mittagessen leisteten uns zwei Kraniche auf dem übernächsten Feld und ein Grünspecht, gleich nebenan, Gesellschaft. Ringsum Felder, Hühner, ein schöner Garten und ein Leinegänsepaar (für Achim als Göttinger besonders interessant). Wir beschließen, zwei Nächte zu bleiben und genießen das Idyll, die Sonne und die 28 Grad. Am Nachmittag machen wir uns zu einer kleinen Radtour nach Angermünde auf.

Am Mündesee

Am Abend kündigt der Regenbogen leider den erwarteten Wetterwechsel an.

Abschied von den ersten heißen Tagen

Wir sitzen gerade gemütlich beim Frühstück vor dem Bus (bei frischem Wind und 13 Grad), als Conny Engler uns die nicht so gute Nachricht überbringt, dass wir leider nicht mehr bleiben können (Buchungsfehler und so). Also packen wir und ziehen fünf Kilometer zurück. Wohin? Na, auf den Parkplatz beim Kloster Chorin. Dieses näher zu erkunden, steht nämlich für heute auf dem Programm.

Ganz unverhofft kommen wir in den Genuss einer Ausstellung des Kasseler Malers Martin Fuchs, der sich intensiv mit dem Kloster Chorin befasst hat.

Eine weitere kleine Ausstellung zeigt Fotos, die PilgerInnen geschickt haben und uns zu einer eigenen Pilgerreise animieren sollen.

Draußen im Park stehen „sprechende“ Bänke, die uns über die Geschichte des ehemaligen Zisterzienserklosters und den Anteil, den Karl Friedrich Schinkel an seinem Erhalt hatte, informieren.

Obwohl das Ensemble eine Ruine ist, ist es nicht ruinös. Hier werden (wenn es keine Pandemie gibt) Konzerte gegeben, Vorträge gehalten und Ausstellungen organisiert.

Am Nachmittag setzen wir uns auf die Räder und fahren zum 14 Kilometer entfernten Werbelliner See.

Fast die gesamte Strecke führt durch Buchenwälder, mal auf schönen Waldwegen, mehr auf Kopfsteinpflaster oder Sand.

Ab und zu muss der Wald auch mal aufgeräumt werden. Als wir den See erreichen, haben wir Kaffeedurst. Oder Würstchenlust. Auf jeden Fall den Wunsch, irgendwo nett einzukehren. Zwei Frauen mit einer Wurstsemmel in der Hand kommen uns entgegen. „Wo haben Sie die denn her?“, fragen wir gierig. „Hier hoch, am Ende rechts steht ein Imbisswagen“, erfahren wir.

Nichts wie hin. Den kulinarischen Höhepunkt des Nachmittags bilden zwei Knacker und zwei Kaffee. Wir dürfen hinter dem Wagen Platz nehmen (da sieht uns keiner) und bekommen als Nachtisch noch zwei Stück Erdbeertorte geschenkt. „Da hat einer für gestern ne ganze Torte bestellt und nicht abgeholt. Alleine essen kann ich die auch nicht“.

Ganz viel Natur in der Schorfheide.

On the road again. Hier Achims Blogbeitrag zu unserer aktuellen Busreise:

Nach langem Coronabedingtem Warten konnten wir mal wieder losfahren. Ein Fernsehbericht hat uns davon überzeugt, in die Schorfheide nordöstlich von Berlin zu fahren. Na gut, sofort los ging’s dann doch nicht, es gab ein Problem mit dem Wohnauto. Das Problem war aber sehr schnell – nur drei oder vier Tage hat’s gedauert – gelöst. Mit […]

Ganz viel Natur in der Schorfheide.

Eine Schildkröte und viele Störche

Wie schön ist es, morgens wach zu werden und sich auf den Tag freuen zu können. Da sich unser Frischwassertank wegen der immer noch niedrigen Nachttemperaturen selbsttätig entleert hat (Frostschutz!), mache ich im Miniwaschbecken unseres Minibads eine Katzenwäsche. Wir haben ja zum Glück einen 10-Liter-Wassertank zum Kochen und Waschen an Bord. Dann schwinge ich mich auf mein akkuloses Fahrrad, um eben diesen aus der zwei Kilometer entfernten Ladestation zu holen.

Dabei entdecke ich die ersten Störche des Tages.

Mein Akku ist wieder voll und im Supermarkt nebenan gibt es Frühstücksbrötchen. Der beste aller Männer hat den Kaffee schon fertig und den Frühstückstisch gedeckt.

Heute sind wir schon gegen halb elf startbereit für unsere letzte Etappe auf dem Altmühlradweg: 30 Kilometer bis Herrieden. Zuerst aber verschwindet der Fluss im Altmühlsee. Es ist ein künstlich angelegter See, der 1985 geflutet wurde. Er ist Teil eines Regulierungssystems, das Wasser aus dem wasserreichen Flusssystem des Donaueinzugsgebiets unter der Europäischen Hauptwasserscheide hindurch in das wasserärmere Regnitz-Main-Gebiet überführt.

Touristisch wird der See intensiv genutzt. Er ist ideal zum Segeln, Surfen und Baden an den zahlreichen Liegewiesen, Bade- und Sandstränden. Auch heute Vormittag sind etliche SpaziergängerInnen, Rollerblader und RadlerInnen unterwegs.

Zum Baden und Bootfahren ist es trotz des sonnigen Wetters leider noch zu kalt, aber ein Hinweisschild auf einen Spazierweg durch die Vogelfreistätte interessiert uns.

Über einen hölzernen Steg gelangt man auf eine kleine Insel, auf der man über einen schmalen eineinhalb Kilometer langen Pfad geleitet wird. Von einem Beobachtungsturm aus kann man heute vor allem Gänse, Enten und Reiher, aber auch Kiebitze sehen.

Eine Überraschung für uns ist eine große Wasserschildkröte, die in der Sonne döst.

Wir gucken ihr ein bisschen beim Gucken zu und gehen zurück zu unseren Rädern. Die Auenlandschaft ähnelt der, die wir gestern gesehen haben. Das Radfahren bei den frühlingshaften Temperaturen ist reine Freude.

Herrieden erreichen wir am frühen Nachmittag. Schön, dass wir eine Metzgerei finden, die Leberkässemmeln im Angebot hat.

Unterwegs sehen wir immer wieder Störche, in ihren Nestern, auf den Wiesen. Da tut es mir leid, dass ich meine Kamera nicht dabei habe und deshalb kein besseres Foto liefern kann.

Um halb fünf sind wir zurück in Gunzenhausen, montieren die Räder auf den Bus und machen uns auf den Heimweg. Allzu lang werden wir wohl nicht zuhause bleiben…

Auenlandschaft

Den Fluss sehen wir heute erst, nachdem wir rund 25 Kilometer geradelt sind. Die mittlere Altmühl kann sich in riesigen Auen ausbreiten und der Radweg wird mitten durchgeführt.

Heute Mittag haben wir den Bus auf einem Parkplatz neben der Stadthalle in Gunzenhausen abgestellt. Vorher haben wir vergeblich versucht, am Brombach- und am Altmühlsee zu parken. Da hier das Übernachten jedoch nicht erlaubt ist, sind wir weitergefahren.

Gegen eins fahren wir mit den Rädern Richtung Solnhofen. Bis hierher waren wir gestern aus der anderen Richtung gekommen. Heute kommen wir von Nordwesten und erleben eine ganz andere Landschaft: kein enges Flusstal mit markanten Felsformationen mehr sondern eine breite Flussaue, in der noch das Wasser der letzten Überflutung steht.

Wir lesen, dass dies ein Naturschutzprojekt zur Renaturierung der mittleren Altmühl ist. Die Vögel sind dankbar für diesen ungestörten Lebensraum. Möwen, Stare, Reiher und auch bereits ein paar Störche sehen wir unterwegs.

Kurz vor Treuchtlingen machen wir einen kurzen Abstecher zum Karlsgraben. Dieser wurde im Jahr 793 von Kaiser Karl dem Großen errichtet und sollte als Verbindungskanal zwischen Donau und Rhein über die Schwäbische Rezat und die Altmühl dienen. Ob und wie lange der Kanal tatsächlich benutzt wurde, ist nicht ganz klar.

Nun nähert sich der Radweg auch wieder öfters dem Fluss, wir queren Treuchtlingen und erreichen gegen halb fünf das hübsche Pappenheim.

Nach einer kurzen Pause beim Bäck beschließen wir, auf die letzten Kilometer bis Solnhofen zu verzichten und umzudrehen. Zeit wird es eh.

Es ist nicht mehr lange hin bis zum Sonnenuntergang.

Als wir in Gunzenhausen an einer Ladestation für E-Bikes ankommen, ist es finster. Wir können meinen Akku sicher in einem abschließbaren Ladefach verstauen. Morgen früh hole ich ihn wieder ab. Auf diese Weise kann ich morgen mit meinem E-Bike noch eine Tour machen, ehe wir am Abend nach Hause fahren. Gestern und vorgestern konnte ich auf dem Stellplatz laden, was heute nicht möglich ist. Gut, dass es diese Alternative gibt.

Frühling am Fluss

Ach, einfach hier liegen bleiben und nicht mehr weiterradeln. Den Nachmittag genießen, in der Sonne wegdösen. Wieder hat die Sonne fast bis Mittag gebraucht, um sich gegen den Nebel durchzusetzen, aber dann wurde es frühlingshaft warm.

Wir blicken auf die Zwölf Apostel, eine Felsformation an der Altmühl bei Solnhofen. Die mächtig aufragende Felsgruppe ist einer der landschaftlichen Höhepunkte im Naturpark Altmühltal.

Aber auch ansonsten gibt es viel zu schauen im Altmühltal. Immer wieder ragen Felsen am Ufer empor. Wir queren Magerrasen, Wälder und landwirtschaftlich genutzte Flächen, während wir gemütlich von Eichstätt gen Westen nach Solnhofen fahren.

Auch die Schwäne lassen es langsam angehen.

Am Tagesziel Solnhofen, der Stadt, in der der Urvogel, der Archaeopteryx, gefunden wurde, decken wir uns mit Kaffee und Kuchen ein. Auf einem Mäuerchen am Fluss machen wir Kaffeepause. Man kann schon ein bisschen wehmütig werden, wenn man an all den geschlossenen Cafés, Wirtschaften und Biergärten vorbeifährt.

Geschlossen war leider auch der Skulpturenpark in Obereichstätt und wir konnten nur ein paar Blicke von außen auf einige der Kunstwerke Alf Lechners werfen. Der 1925 in München geborene Künstler lebte und arbeitete hier von 2001 bis zu seinem Tod 2017 mit seiner Frau Camilla. Auf dem Gelände eines ehemals Königlich Bayerischen Eisenhüttenwerks schuf er ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk mit über 50 Stahlskulpturen.

Den Tag lassen wir mit einem Gläschen Wein, Bloggen, einem leckeren Abendessen und einer Folge Damengambit ausklingen.

Morgen wollen wir mit dem Bus ein wenig weiterziehen, um die weiteren Abschnitte der Altmühl mit dem Rad zu erkunden.

An der Altmühl

Ich schrieb neulich bereits, dass Achim mich ab und zu mit Spezialwissen verblüfft. So auch heute: da, wo wir gerade radeln, an der Altmühl bei Eichstätt, floss früher die Donau. Früher meint: ehe sie sich bei Weltenburg mit dem Donaudurchbruch vor rund 80 000 Jahren ein neues Bett gesucht hat. Ha! Wieder was gelernt.

Schon vor ein paar Tagen war absehbar, dass diese Woche warme und sonnige Tage bringen würde. Zu verlockend, wenn das fahrbare Hotelzimmer vor der Tür steht. Also Bus gepackt, (für zwei bis drei Tage ist das rasch erledigt) und los. Wir wollen Radfahren, da kam uns schnell das Altmühltal in den Sinn.

Unsere App Park4night empfiehlt einen Platz zum Übernachten am Figurenfeld bei Eichstätt. Den, und vor allem die Kunstwerke von Alois Wünsche-Mitterecker, einem Eichstätter Bildhauer, wollen wir uns anschauen.

Der Künstler schuf mit seinen 78 Plastiken ein beklemmendes Mahnmal gegen Krieg und Gewalt.

Der Parkplatz lädt uns nicht zum Verweilen ein, aber sehr zu unserer Überraschung ist der offizielle Wohnmobilstellplatz der Stadt Eichstätt geöffnet. Nach unseren bisherigen Informationen sollten wegen der Pandemie eigentlich alle Stellplätze geschlossen sein. Nun, mir ist das sehr recht. Noch immer bin ich kein großer Fan des Wildparkens. Also 10 Euro in den Automaten und als zweite auf den Platz, der direkt am Fluss liegt. Sehr günstig, schließlich wollen wir an ihm entlang radeln.

Zuvor genießen wir – endlich!- mal wieder das Busfeeling. Ich bereite ein schnelles Mittagessen zu und koche Kaffee.

Das Wetter ist nicht ganz so schön wie vorhergesagt. Bis Mittag hält sich der Nebel, die Sonne lugt erst ab etwa eins hervor und die Temperaturen erreichen wohl nur so die 13, 14 Grad. Das reicht aber locker zum Radfahren und die 50-Kilometer-Tour auf dem Altmühlradweg beglückt unser Coronalädiertes Gemüt. Der mäandernde Fluss, die karstigen Felsen, idyllische Dörfer und ein Automat mit zig Eissorten beflügeln uns. Das fühlt sich nach Wieder-Reisen-können an. Das macht Hoffnung auf bessere Zeiten!